Krankheiten
Parasiten Pilzinfektion Fellbeißen Kotanalyse Durchfall Verstopfungen Krampfanfälle Zahnanomalien
Augenentzündungen Pseudotuberkulose Pseudomonas Listeriose Giardien Mangelerscheinungen Ziegenrücken
Päppeln eines Tieres Verletzungen Diabetes Herzerkrankungen Narkosen Medikamentengabe Allgemeines
Krankheiten
sind bei Chinchillas selten, wenn aber meist gravierend.
Diese Auflistung der Krankheiten erwähnt nur mögliche Ursachen. Eine genaue Diagnose ist wichtig, um Behandlungsfehler zu vermeiden! Falls man sich also nicht sicher ist, sollte man erst einmal jemanden zu rate ziehen, der sich damit auskennt. In diesem Fall also einen guten Tierarzt. Einige Symptome könne auch bei anderen Krankheiten auftreten und hier kann die Behandlung auf Verdacht genau das Gegenteil bewirken!
Pilzinfektion im Gesicht Sie entsteht durch Ansteckung oder auch mangelnde Hygiene. Oftmals ist das Immunsystem der Tiere nicht intakt und so hat der Pilz die Chance sich auszubreiten. Ein wirklich gesundes Tier wird in der Regel keinen Pilz bekommen. Stress kann unter Umständen auch ein Auslöser sein, da das Immunsystem durch Stress sinkt. Ein Chinchilla mit Pilz bekommt kahle Stellen im Fell, die leicht verschorft und weißlich sind. Die Haut rötet sich. Eine UV-Lampe zeigt den Pilz leider nicht immer an. Am sichersten ist ein Abstrich von einem Labor um ihn nachzuweisen. Betroffene Stellen sind gut behandelbar mit einer Salbe, die man sehr dünn und natürlich vorsichtig aufträgt, damit das Tier sie nicht in die Augen reiben kann. Es gibt auch Präparate zum Beifügen ins das Sandbad, aber ich denke das die Gefahr zu groß ist, dass es dem Tier ins Auge oder Atemwege gelangt, weil die Mittel sehr stark stauben. Bei den Zusätzen zum Sandbad sei immer zu bedenken: nie ohne Aufsicht Chinchillas im Sand mit Zusatz baden lassen. Die Zusätze sind giftig und Chinchillas nehmen Sand auch zu sich. Bei Aufnehmen kann es zu schweren Vergiftungen kommen! Hier wurden gute Erfahrungen wohl mit Fungy-Stop gemacht. Dieses wäre hier bestellbar: Chinchilla Fachhandel Gehrling GbR Anwendung bitte nur nach dem Abklären beim Tierarzt, denn nur er kann sicher bestätigen, dass es sich um einen Pilz handelt. Viele Pilzarten sind ansteckend und können auch auf Menschen übertragen werden. Deswegen nach dem Berühren des Tieres die Hände gut desinfizieren. Beim Tierarzt kann normalerweise ein wirkungsvolles Mittel gegen den Pilz beim Tier bezogen werden. Surolan, welches gerne von Tierärzten verwendet wird, hat nur eine vorbeugende Wirkung bzw. hilft nur bei sehr leichtem Befall. Bei kahlen, verschorften oder gar blutigen Hautstellen wird es nur selten helfen. In extremen Fällen bieten sich Spritzen vom TA an. In diesen Fällen wird unter Umständen mit Insol® Dermatophyton behandelt. http://www-vetpharm.unizh.ch/TAK/00000000/00001500.VAK Das Medikament ist sehr stark und es bedarf einen erfahrenen Tierarzt und genaue Beobachtung wenn es eingesetzt wird.
Deutlich dunklere Seiten weisen auf das Fellfressen hin Meist ist es eine
Verhaltensstörung, die durch Langeweile, zu wenig Bewegung oder auch aufgrund des
fehlenden Sandbades entsteht. Zu beheben ist es nur schwer, wenn es nicht sogar
unmöglich ist. Sie tritt überwiegend bei sehr nervösen Tieren auf. Ein Chinchilla, das damit angefangen hat, hört schwer wieder damit
auf. Man sollte Tonröhren anbieten, in die das Tier gut hineinpasst (auf die Größe
achten, damit das Tier nicht stecken bleibt) und manchmal helfen auch die im Handel üblichen Heuglocken (Vorsicht bei der
Zusammensetzung! - wirklich nur Heu nehmen), wie natürlich viel
Bewegung.
Chinchilla mit weißen Zähnen Deswegen sollte man immer die Zähne kontrollieren. Auch Krämpfe können durch Mängel hervorgerufen werden. Noch andere Anzeichen sind Fellfressen (sofern dies nicht durch Nervosität auftritt), starker Verlust von Haaren (hier bitte nicht verwechseln mit dem natürlich Haarverlust) und auch Grind-Stellen, die häufig um den Mund herum auftreten. In solchen Fällen wäre ein Tierarztbesuch ratsam, der weitere Folgen noch ausschließen kann.
Haarverlust durch Mängel während der Säugezeit Der Ziegenrücken resultiert meist in Folge einer Fettleber oder extremer Darmstörungen. Diese wird hervorgerufen durch falsche Ernährung und selten durch andere Krankheiten. Bei einem Ziegenrücken handelt es sich nicht um einen kleinen Buckel, den sehr viele Chinchillas haben, sondern um eine starke Krümmung des Rückens, der in egal welcher Körperhaltung auftritt. Er ist das Produkt einer lang andauernden Krankheitsgeschichte und gehört in tierärztliche Behandlung. Viele der betroffenen Chinchillas zeigen auch Symptome von Mangelerscheinungen. Bei einem Ziegenrücken sind die Tiere nicht immer auch dünn. Eine starke Abmagerung kann natürlich ebenfalls diese Partie mehr hervortreten lassen.
Anhand einer Kotanalyse beim Tierarzt lassen sich auch viele Krankheiten feststellen. Dazu muss auch nicht einmal das Chinchilla transportiert werden. Man muss nur möglichst frische Köttel einsammeln und zum Tierarzt bringen. Hilfreich ist es immer dem Tierarzt alle Symptome zu schildern, da er sonst nicht genau weiß auf was er den Kot untersuchen soll. Einige Untersuchungen werden nicht standardmäßig gemacht.
links gesunder Kot, mittig und rechts Verstopfung
Symptome dafür sind: vorsichtiges Fressen, tränende Augen, Sabbern und häufige Kaubewegungen, schief abgenutzte Vorderzähne. Sie müssen aber nicht auftreten und man sollte immer regelmäßig die Zähne kontrollieren. Vor allen Dingen wenn man züchten möchte. Ein Blick auf die Vorderzähne empfiehlt sich regelmäßig. Gesunde Vorderzähne sind schön gefärbt und gleichmäßig abgenutzt.
Einen ausführlichen Bericht zu Zahnproblemen mit Bilder findet man hier. Bei einem gesunden Chinchilla ist das Auge klar und glänzt. Gelegentlicher weißlicher und minimaler Ausfluss ist meist nicht bedenklich und tritt vor allen Dingen im Alter auf. Augenentzündungen können durch Zugluft entstehen. Auch ein Fremdkörper kann die Entzündung hervorrufen. Ein Fremdkörper muss erst entfernt werden. Da dies bei einem Chinchilla nicht einfach ist, empfiehlt es sich auch hier einen Fachmann/-frau heranzuziehen. Beim Selbstversuchen geht unter Umständen mehr kaputt oder das Auge wird dauerhaft geschädigt. Auch Infektionen können vorliegen, bei denen dann die Gabe antibiotischer Augentropfen oder Salben notwendig ist.
Verträgliche Augensalben sind in der Regel die, die auch Babys bekommen (Bepanthen,...) Vor Kamille am Auge ist dringend abzuraten! Leider wird Kamille immer noch oft am Auge empfohlen. Da Kamille entzündungshemmend wirkt, trifft es auf andere Dinge auch zu - im Auge kann es durch die Anwendung von Kamillenlösungen, Tropfen oder was sonst so auf dem Markt ist wegen der enthaltenden Schwebstoffe und der austrocknenden Wirkung zu Blindheit führen! Übrigens auch beim Menschen und anderen Tieren. Dies ist nicht Chinchilla-spezifisch. Manchmal tränt das Auge in Folge von Zahnanomalien. Auch ein verstopfter Tränengang kann die Ursache sein. Zum Reinigen der Augen, welches natürlich vom Tierarzt angeordnet werden sollte, nimmt man am besten ein fusselfreies Tuch. Watte und ähnliches eignet sich dafür nicht. Bei einem Chinchilla ist die Linse im Normalfall auch dunkel wie bei anderen Tieren. Ist die Linse gräulich oder milchig, dann sollte man einen guten Tierarzt aufsuchen.
Lieben Dank an Steffie für das Bild! Diese Trübungen haben verschiedene Ursachen. Sei es das es
sich um den grauen Star handelt, oder um ein Spiegelauge oder auch dass ein
Tier aufgrund von vorhergegangenen Verletzungen blind geworden ist. Auch in
Folge von Diabetes kann es zu dieser Trübung kommen, wobei diese sehr selten
auftritt. Bei
einem Spiegelauge ist es oft so, dass man, wenn man genau hineinsieht, das
Gefühl hat in einen Spiegel zu blicken. Rechtzeitig erkannt, kann es mit
Glück geheilt werden. Warum Spiegelaugen auftreten können ist nicht ganz
klar. Einigen sprechen davon das es sich um Mangelerscheinungen handelt.
Sollte ein Chinchilla unnatürlich viel trinken, kann es sein das es Diabetes hat. Auch wenn dies sehr selten vorkommt. Abmagerung, Apathie und Linsentrübung sind ebenfalls Symptome. Eine Menge Informationen dazu findet man hier: http://www.fraumeier.org/diabetes.htm Chinchillas haben den Hang gerne sich beim Springen zu verschätzen und bei einem Absturz kann es dann unter Umständen zu Verletzungen oder Knochenbrüchen kommen. Auch kommt es vor dass sich zwei Tiere beißen, genauso wie es im Freilauf zu Unfällen kommen kann. Bei einem Knochenbruch ist natürlich sofort ein Tierarzt aufzusuchen. Je nach Schwere einer Verletzung kann man selber etwas unternehmen oder muss einen Arzt zu Hilfe ziehen. Gerade Bisswunden können sich schnell in einen Abszess umwandeln, der dann regelmäßig gespült werden muss. Je nach Größe muss auch genäht werden. Sollte es sich um kleinere Wunden handeln, kann man die Wunde reinigen und anschließend mit Surolan (gibt es beim Tierarzt) betupfen (das desinfiziert auch ein wenig) oder eben auch mit Betaisadona-Salbe. Es muss darauf geachtet werden, dass das Chinchilla diese Stellen nicht ablecken kann. Sollte die Stelle nicht schnell verheilen oder sogar eitern, dicker werden oder wässern - dann sofort zum Tierarzt.
Böse entzündete Bissverletzung Nochmal Danke Steffie für das Bild! Narkosen sind beim Chinchilla heute nicht mehr so riskant wie vor ein paar Jahren noch. Trotzdem sollten auch Besitzer wissen, was es vor und nach einer Narkose zu beachten gibt. Chinchillas sollten auf keinen Fall nüchtern sein, allerdings auch nicht bis oben voll gestopft. Die normale Gabe von Pellets und Heu reicht aus. Zusätzlich kann man ein paar Tage vor der OP noch Vitamin C geben, das ein wenig unterstützt. Die am geringsten belastende Narkose für den Kreislauf ist die Inhalationsnarkose. Ein guter Tierarzt kommt aber auch mit einer Injektionsnarkose klar. Da Chinchillas aber zum krampfen neigen, ist es unter der Inhalationsnarkose besser zu kontrollieren und gegebenen Falls aufzuwecken. Nach der OP ist das Tier sofort warm zu halten. Der Kreislauf ist sehr empfindlich und neigt dazu zusammenzubrechen. Das Chinchilla erst mit nach Hause nehmen wenn es komplett wach ist. Zuhause am besten konstant Rotlicht anbieten, aber so dass das Chinchilla wählen kann, ob es Wärme wünscht oder es kühl haben möchte. Auch eine Wärmflasche tut hier gute Dienste. Diese aber bitte in ein Handtuch wickeln. Bachblüten können unterstützen. Unter anderem hat es sich ganz gut bewährt Rescue Remedy alle zwei bis drei Stunden hinter das Ohr zu tropfen und einzureiben (ein bis zwei Tropfen). Sobald das Tier komplett munter ist, wieder Pellets und Heu anbieten. Seit den letzten Jahren gibt es verschiedene 'Zivilisationskrankheiten'. Diese kommen erst seit relativ wenigen Jahren bei Chinchillas vor. Dadurch das Chinchillas auch immer häufiger mit anderen Tieren in Kontakt kommen, stecken sie sich mit einigen Krankheiten an. Eine der schlimmsten davon ist die Pseudotuberkulose. Die Krankheit ist auch auf Menschen übertragbar und ist gerade für kleine Kinder und ältere Menschen gefährlich. Deshalb sind neue Tiere IMMER in Quarantäne zu setzen! Pseudotuberkulose wird durch Pasteurellen hervorgerufen, diese Bakterien sind auch für Menschen sehr gefährlich. Die Inkubationszeit bei Chinchillas beträgt 8 - 14 Tage (Quelle: 'Krankheiten der Chinchillas' von Helmut Kraft) und leider kann man nicht unbedingt sofort sehen, ob das Tier sich angesteckt hat. Es ist dann aber schon Überträger. Die Bakterien sind sehr hartnäckig und können sich in der Umgebung aufhalten. Da die Symptome oft nicht genau zugeordnet werden können (Abmagerung, Apathie, Durchfall, Fieber oder Verstopfung) ist eine genaue Diagnose meist nur bei verstorbenen Tiere möglich. Ein Tier, bei dem die Symptome schon sichtbar sind, ist oft nicht mehr zu retten. Deswegen sollten Tiere, die aus unerklärlichen Gründen sterben, auch zur Obduktion gegeben werden. Ein anderes Bakterium, das auch inzwischen bei Chinchillas relativ häufig vor kommt, ist eins der Gattung Pseudomonas. Eine Infektion mit Pseudomonas aeruginosa ist ebenfalls nur schwer anhand der Symptome zu bestimmen. Abmagerung, unterschiedliche Kotkonsistenz, Darmvorfälle oder das Verwerfen, was dabei vorkommen kann, hat möglicherweise auch andere Ursache. Des weiteren gibt es noch die Listeriose, die durch sehr widerstandsfähige Bakterien (den Erreger Listeria monocytogenes) hervorgerufen wird. Diese Bakterien befinden sich im Wasser und im Erdboden und werden übers Futter aufgenommen und durch die Kotaufnahme verbreitet. Sie sind stabförmig, grampositiv und nicht säurebeständig.Hier beträgt die Inkubationszeit 5 - 8 Tage. Auch bei der Listeriose sind die Symptome nicht spezifisch und deswegen kann die Erkrankung schnell übersehen werden. Darmvorfälle, Durchfall, Apathie und Fressunlust sind unter anderem Symptome, die sich oft erst im Endstadium bemerkbar machen. Die Behandlung mit Antibiotika ist bei Chinchillas immer noch relativ schwer, da sie vor allen Dingen mit der Darmflora sehr empfindlich reagieren. Noch eine häufig vorkommende Infektion ist die durch Giardien. Diese im Darm lebenden Parasiten kommen bei zahlreichen Tierarten und auch beim Menschen vor. Oft werden sie nicht einmal bemerkt. Durch kleinste Auslöser (zum Beispiel Stress) können sie aber Durchfall hervorrufen, der mitunter blutig und/oder schleimig wird und zum Tode des Tieres führen kann. Nachgewiesen werden können Giardien durch eine Kotuntersuchung. Eine Behandlung ist dann notwendig, ebenso aber das Ausschalten der Ursache, die dazu führte dass sich die Giardien im Darm vermehren können. Herzerkrankungen sind sehr sehr oft eine Nebenerscheinung bzw. ein Symptom. Wirkliche Herzfehler bei einem Chinchilla sind nicht so oft verbreitet, wie angenommen wird. Sollte ein Tierarzt unnatürliche Geräusche hören, dann wäre es ratsam wirklich gründlich untersuchen zu lassen, damit nicht etwas übersehen wird, was die Herzprobleme verursacht. Organische Herzfehler sind nur selten der Grund. Ein chinchillaerfahrener Tierarzt wird wissen was zu tun ist. Zwangsernährung eines kranken Chinchillas Manchmal hört ein Chinchilla auf zu fressen. Da viele Nagetiere mehrere Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen müssen (unter anderem auch um den Darm in Bewegung zu halten) ist es nicht so gut, wenn ein Tier nicht mehr genug frisst oder das Fressen ganz einstellt. Dann ist es sehr wichtig das Tier zu päppeln. Dies geht sehr gut, indem man die erforderliche Tagesmenge Pellets, plus ungefähr das was pro Tag an Heu gefressen wird, in Breiform mit einer 1- oder 2ml Spritze (ohne Nadel!) füttert. Dazu koche ich Wasser zusammen mit Heu auf, nehme den daraus entstandenen Sud und weiche darin Pellets ein. Die Pellets müssen zusätzlich noch zermatscht werden, damit sie wirklich einen Brei ergeben. In diesen Brei gebe ich bei Bedarf zusätzlich Mineralien (zum Beispiel Korvimin oder Davinova T) und Vitamine. Um die Darmflora des kranken Tieres zu unterstützen, da dies nun nicht mehr den benötigen gesunden Blinddarmkot aufnehmen kann, kann es angebracht sein zusätzlich Bird-bene-bac unter mischen. Diesen Brei flösse ich dem Tier über den Tag verteilt ein. Das kranke Chinchilla wird sich nicht unbedingt gerne füttern lassen. Wenn man mit der Spritze zu weit vorne bleibt, dann spukt das Chinchilla das Futter auch wieder aus. Es ist kein Problem ein wenig die Spritze nach hinten in den Mund zu schieben. Ich versuche dann seitlich zu bleiben und den Brei hinten in die Backentaschen zu drücken. Natürlich muss immer wieder pausiert werden, damit das Tier Gelegenheit hat zu schlucken und sich nicht verschluckt. Man kann es sich sehr gut bei einem Tierarzt zeigen lassen. Beim Tierarzt gibt es zudem Critical Care. Dieses Futtermittel eignet sich ebenfalls zum Päppeln, würde aber, alleine gegeben, zu einer Futterumstellung führen, die bei Chinchillas ja nicht so gut sind. Man kann es aber auch gut mischen. Informationen zu Critical Care findet man unter anderem hier. Medikamente verabreichen ist nicht immer einfach. Deswegen tendieren immer mehr dazu diese ins Trinkwasser zu geben. Hier ist große Vorsicht geboten! Kein Tier trinkt jeden Tag die selbe Menge an Wasser. Wenn Medikamente im Wasser sind, trinken sie eher gar nicht. Dann sind ja oft mindestens zwei Tiere in einem Käfig und so weiß man nie welches Tier wie viel trinkt. Deswegen wird es nie zu einer gleich bleibenden Dosierung kommen und es führt zu Über- oder Unterdosierung des Medikamentes. Dies ist auf gar keinen Fall gesund! Bakterien und Parasiten können bei einer Unterdosierung schnell resistent gegen das Mittel werden und eine Überdosierung schadet meist den gesamten Körper des Tieres. Ich würde meine Tiere nie einer solchen Gefahr aussetzen, wie eine ungenaue Dosierung. Meinen Kindern wurde ich ein Antibiotikum auch nicht einfach in einen Liter Orangensaft kippen und hoffen dass sie ihn ganz trinken oder sogar darauf vertrauen, dass sie Halbe-Halbe machen. Auch wenn es nicht einfach ist und viele der Süßen sich mit allem wehren was sie zur Verfügung haben, sollten Medikamente nur richtig und genau dosiert verabreicht werden. Dies geht am einfachsten mit einer Einmalspritze (ohne Nadel), mit der man dem Tier das Medikament genau in den Mund gibt. Hier kann jemand helfen, das Chin am Schwanz fest halten, den Körper ein wenig fixieren mit einer Hand, während man selber von oben den Mund fasst und die Spritze seitlich in die Mundhöhle schiebt.
Ist man alleine, kann das Chin in ein Handtuch gewickelt werden, so dass nur das Köpfchen heraus schaut und dann schiebt man mit der freien Hand die Spritze in den Mund.
Ich persönlich lege meine Tiere auf meinen Schoß und verabreiche auf diesem Wege Medikamente oder Päppelnahrung. Wie ich es handhabe, habe ich im Forum einmal beschrieben: Chins Medikamente einflößen oder päppeln Sollte eine Verabreichung über mehrerer Tage nötig sein, kann es in dieser Zeit natürlich dazu führen, dass ein Liebling uns nicht mehr mag, doch dies legt sich hinterher wieder. Sie sind dann wie Kinder, die erst schmollen, aber auch wieder vergessen. Hinterher eine Belohnung (Stückchen Apfel zum Beispiel), ein wenig kraulen erleichtert es auch ein wenig. Je mehr positiven Kontakt ein Chinchillas vorher mit dem Menschen hatte, desto einfacher wird die Verabreichung.
Da Nagetiere im Studium nur oberflächlich angerissen werden, muss ein Tierarzt Lust haben sich weiter zu bilden. Es gibt auch immer noch Tierärzte die, wie einige anderen Menschen, die Einstellung vertreten das Nagetiere minderwertig sind und 'nicht so wichtig' wie Hund oder Katze. Zum Glück werden diese immer weniger. Deswegen ist es ratsam sich vorher bei anderen Chinchillabesitzern zu erkundigen wohin sie gehen. Hat man diese Möglichkeit nicht, kann man sich hier in einer Liste einmal eine Sammlung von Adressen ansehen, die von Chinchillabesitzern erstellt wurde. Ansonsten ist es ratsam selber zu lernen, um im Fall der Fälle schon einmal ein wenig zu wissen und damit eventuell den Tierarzt auch unterstützen zu können. Leider passieren Notfälle ja oft zu Zeiten wie am Wochenende oder abends, an denen der normale Tierarzt nicht zu erreichen ist. Ein super Buch zum Thema Krankheiten ist das 'Krankheiten der Chinchillas' von Helmut Kraft. Ebenfalls gern gelesen wird das Buch 'Chinchilla-Heimtier und Patient' von Guido Schweigart, welches ich aber nicht besitze und dazu nicht mitreden kann. Hier kann man sich selber ein wenig einlesen, was nicht unbedingt unvorteilhaft ist. Letztendlich sind Behandlungen natürlich immer nur gemeinsam mit einem Tierarzt des Vertrauens durchzuführen. Vom Anlegen einer Notfallapotheke halte ich nicht unbedingt viel. Zum einen ist man viel zu schnell versucht selber rumzudoktern und kann dadurch viel mehr falsch machen, als dem Tier zu helfen und zum anderen sind alle Medikamente nur begrenzt haltbar. Dinge wie Bird-bene-bac oder Bachblüten sind allerdings schon vorteilhaft, wenn man sie immer im Haus hat und natürlich auch Wunderstversorgungsdinge. |
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