Haltung

Was man so wissen sollte...

Jenny- hier auf dem Bild stolze 13 Jahre alt
(mit 18 Jahren - fast 19 - leider gestorben)

Chinchillas werden bis zu 22 Jahre alt. Dies ist eine lange Zeit, die man mit den Süßen verbringen kann. Man muss allerdings ein paar Regeln berücksichtigen, um Freude an ihnen zu haben.

Wichtiges in Kürze

Eingewöhnungszeit neuer Tiere

Der "richtige" Griff

Verhalten im Umgang mit Chinchillas

Verhalten von Chinchillas untereinander

Chinchillas und das Alter

Chinchillas und andere Tiere

Eigenheiten der Chinchillas


Wichtiges in Kürze

Ein Großteil der Punkte wird auch unter dem Punkt "Vor dem Kauf" aufgelistet.

- Chinchillas benötigen regelmäßigen abendlichen Freilauf (siehe auch -> Freilauf) , tagsüber ihre Ruhe, nachts Abwechslung und sind sehr sensibel.

- Chinchillas benötigen einen geräumigen Käfig (siehe auch -> Käfig und Ausstattung)

- Chinchillas sind Nagetiere, brauchen also Nagematerial, zerstören allerdings auch gerne Gegenstände die einem lieb und teuer sind, wenn man nicht aufpasst oder knabbern Dinge an, die für sie schädlich sein können.

- Sie sind keine Streicheltiere, wobei es davon einige Exemplare gibt. Meine Jenny gehörte dazu und liebte es, wenn ich sie stundenlang unter dem Kinn kraulte. Trotzdem empfinden es die meisten Tiere als unangenehm längere Zeit oder mit der ganzen Hand gekrault zu werden.

- Chinchillas benötigen immer einen Partner. Sie kuscheln gerne und leiden wenn sie alleine sind.


- Chinchillas können gleichmäßigen Krach (Waschmaschine, normale Musik, Unterhaltungen,...) recht gut ab. Meine lassen sich auch durch die Kinder nicht stören, die mitunter sehr laut werden können. Was aber gefährlich werden kann, da die Süßen sehr schreckhaft sind, sind ungewohnte Geräusche (Türen knallen, gegen den Käfig stoßen usw.). Das kann leicht einen Schock auslösen und sollte somit vermieden werden.

- Der Standort des Käfigs sollte nach den Bedürfnissen des Chinchillas ausgesucht werden. Einige mögen es lieber dunkel, andere eher hell. Welches richtig ist, sieht man wenn man beobachtet wo das Chinchilla sich gerne aufhält. Direkte Sonne ist nicht gut, da der Käfig sich zu sehr aufheizt. Wichtig ist es darauf zu achten, dass die Tiere keine Zugluft abbekommen. Am wohlsten fühlen sie sich immer in dem Raum, in dem es tagsüber ruhig ist und abends etwas zu sehen gibt.

- Stört man die Chinchillas tagsüber, kann es schon mal sein, dass sie einen angiften und auch zwicken. Sie schimpfen dann richtig und schöner wäre es, sie in Ruhe zu lassen.

- Chinchillas brauchen Beständigkeit. Sie reagiere auf Umstellungen relativ empfindlich und es gibt Tiere die zum Beispiel bei einem Käfigwechsel oder einem Umzug rapide an Gewicht verlieren, mit Pech bis zu 70 Gramm.

Eingewöhnungszeit neuer Tiere

Chinchillas sind Fluchttiere, deswegen sollte man sie nie einengen. Die meisten Tiere möchten vom Menschen am liebsten in Ruhe gelassen werden bzw. auch nicht angefasst werden. Man sollte sie nicht dazu zwingen. Sie brauchen Zeit um Vertrauen aufzubauen. Nach meinen Erfahrungen braucht ein Chinchilla ca. zehn Wochen um sich halbwegs einzugewöhnen. In dieser Zeit zeigt es noch nicht das typische Verhalten. Es gibt Tiere die zuerst noch richtig bissig reagieren wenn man sich ihnen nähert, später aber extrem handzahm werden. Deswegen sollte man aus dem Verhalten in den ersten Wochen nicht zu viel ableiten. Bekommt das Tier die nötige Ruhe und Zeit sich zuerst auf die Umgebung einzustellen, geht der Rest später fast von alleine. Nach zehn Wochen sind die meisten Tiere schlagartig wie ausgewechselt. Wer darauf achtet, wird erkennen was ich meine

Ich bin kein Freund davon, Chinchillas mit Grünzeugs oder anderen Leckerchen an die Hand zu gewöhnen. Die Kleinen sind von Haus aus so neugierig, dass sie sich im normalen Umgang schnell an die Hand und den Menschen gewöhnen und später sogar richtig Freundschaft mit ihm schließen können (allerdings nie vergleichbar mit der Freundschaft zu Artgenossen!). Die Tiere sollen sich auch auf uns freuen und nicht auf die Knabbereien die machbar wären.

Ebenfalls würde ich es nicht unterstützen Chinchillas zuerst alleine zu halten in dem Irrglauben, sie werden dann schneller zahm. Das stimmt einfach nicht. Außerdem sollen sie keiner Fehlprägung ausgesetzt werden, sondern lediglich mit ihren Artgenossen richtig kommunizieren.

Die ersten Tage lasse ich neue Tiere fast komplett in Ruhe. Sie bekommen Futter, Wasser und je nach Tier auch Freilauf. Ängstliche Kandidaten oder zickige Chins bleiben allerdings dem Freilauf fern, da es dann zu einer Verzögerung in der Eingewöhnung kommen kann. Nach drei bis sieben Tagen, je nach Chin, lasse ich die Käfigtür länger auf und bleibe davor sitzen oder stehen. Im Normalfall ist das der Tag, an dem auch Reinemachen ansteht. Ich lasse die Tiere zu mir kommen, mich untersuchen und bisher gab es noch kein Chin das dann nicht am Pulli knabberte, mein Gesicht abschnupperte und meine Hände untersuchte. Bewegungen verscheuchen sie wieder, allerdings immer nur kurzfristig. Wenn sie bei kleinen Bewegungen nicht mehr gleich wegrennen, dann versuche ich mit einem Finger an der Nase, den Bereich vor den Ohren und an den Seiten zu kraulen. Die ganze Zeit rede ich mit ihnen. Allgemein scheinen sie auf Stimmen sehr zu reagieren und lauschen neugierig. Es dauert oft ein paar Tage, bis die Tiere dann nicht zurückhopsen, leise meckern und wieder versuchen die Führung zu übernehmen beim Kennenlernen, sondern abwarten was ich wirklich vor habe.  Darf ich die Kennlern-Bereiche kraulen, dann dauert es auch oft nicht lang bis sie mir die Möglichkeit bieten sie hinter den Ohren und am Bauch zu berühren. Die meisten meiner Tiere sind dann auf meine Hand gesprungen um sie von oben zu untersuchen und ich konnte in Ruhe mit dem Finger im Fell rumwühlen. Später dann sind sie auch bei der ganzen kraulenden Hand entspannt - sofern ihnen danach ist. Ich lasse es aber jedes Tier selber entscheiden, wann der Punkt gekommen ist. Einige sind schnell dabei, andere brauchen länger, ein paar wenige kommen nie.

Der "richtige" Griff

Chinchillas zu greifen ist nicht immer ganz einfach. Sie sollten nicht am Körper gefasst werden, da die Rippen sehr schnell brechen können. Außerdem ist es für die Tiere unangenehm dort gegriffen zu werden. Sie winden sich wie Katzen und können schnell aus dem Griff herausrutschen. Hierbei neigen viele Besitzer dazu den Griff zu verstärken und dann kann schnell etwas knacken.

Am sichersten greift man sie an der Schwanzwurzel (bitte nicht an der Spitze) und stabilisiert den Griff von unten.

Um die Tiere in diese Haltung zu bekommen, greift man schnell zu und geht danach gleich mit der Hand unter den Bauch.

Danach kann man sie sicher hochheben.

Bitte hierbei die Tiere nicht im Sprung greifen oder in vollem Lauf. Das harte Abbremsen ist nicht gut. Dass man sie nicht kopfüber herumbaumeln lassen sollte, ist, denke ich, selbstverständlich.

Bitte beim Greifen immer darauf achten, dass die Tiere eine immense Kraft entwickeln können, wenn sie etwas nicht wollen. Ihre Hinterbeine sind zum Abdrücken wunderbar ausgestattet und im falschen Griff fliegt ein Chinchilla mit Pech vom Arm. Außerdem können sie natürlich auch zwicken und wenn man sich erschreckt wäre das Loslassen nicht immer die beste Möglichkeit. Obwohl ich hier einige Tiere bei mir habe, die ich problemlos auf der Hand oder der Schulter durch die gesamte Wohnung tragen könnte, würde ich die Sicherung am Schwanz nie wegnehmen, denn ich kann nicht beurteilen, ob meine Tiere nicht doch durch irgendetwas unterwegs erschreckt werden und losspringen. Allerdings kommt es nicht selten vor, dass ich sie anstatt auf dem Arm oder der Hand überall auf mir herum krabbeln lasse und sie dabei am Schwanz sichere.

Ein Chinchilla am Körper zu greifen wie zum Beispiel ein Meerschweinchen, bedeutet oft Stress für das Tier, da es eingeengt wird. Hat das Chinchillas Vertrauen zum Menschen gefasst, klettert es auch alleine auf die Hände, aber nicht wenige Situationen erfordern ein schnelles Eingreifen und natürlich ist es für Chinchillas überall woanders interessanter, als da wo man sie haben möchte.

Verhalten im Umgang mit Chinchillas

Chinchillas möchten das Gefühl haben die Entscheidungen zu treffen was wann passiert. Nicht immer kann man dem nachgehen oder möchte dem nachgeben. Da jedes Tier individuelle Bedürfnisse hat, ist es an dem Halter im Umgang mit ihnen den Kleinen auch ihre Eigenarten zu lassen. Nur wenn es sich nicht vermeiden lässt, sollte man die Führung übernehmen. Zum Beispiel beim Wiegen, beim Routinecheck usw.

Chinchillas mögen nicht geärgert werden. Je nachdem ob man ein kleines Sensibelchen oder eine ausgewachsene Zicke vor sich hat, sind sie recht nachtragend, wenn man sie aus ihrer Sicht ungerecht behandelt hat. Das Vertrauen zu einem Tier aufzubauen braucht recht lang, es zu verlieren geht relativ schnell. Dass es zu vermeiden ist den Tieren im Umgang weh zu tun sollte natürlich selbstverständlich sein.

Chinchillas erkennen "ihren Menschen", Fremden gegenüber sind sie jedoch zuerst oft misstrauisch und sollten dann nicht auf Zwang vorgeführt werden. Einige Tiere neigen dazu, Männer zu bevorzugen als Futterlieferanten und Spielgefährten, andere mögen eher Frauen, meist bleibt es sich gleich. Vor Kindern reagieren sie oft eher schüchtern bis ängstlich, da sie mit den oft lauten menschlichen Tönen, die Kinder gerne so von sich geben und der eher wilden Art nicht unbedingt zurechtkommen.

Chinchillas reagieren sehr auf Stimmen. Hektische Töne, schrille Laute oder ähnliches schreckt sie sehr ab. Auch sehr tiefe Stimmen scheinen ihnen nicht immer zu behagen. Am besten ist es mit den Tieren leise und ruhig zu reden. Sie reagieren auf unterschiedliche Tonabläufe, scheinen einen mitunter richtig zu verstehen und wissen somit auch genau, wenn mit ihnen mal geschimpft wird.

Chinchillas mögen gerne spielen, auch mit uns. Natürlich nicht wie ein Hund, aber doch so, dass man eine ganze Menge Freude dabei haben kann. Vorzugsweise wird Verstecken gespielt. Da versteckt sich natürlich nur das Chinchilla und wir dürfen suchen. Die Neugier der Tiere ist hierbei ein ganz toller Faktor. Die meisten Tiere finden es, nachdem sie Vertrauen zu einem gefasst haben, total toll auf uns Menschen herum zu klettern. Da kann man fein am Pulli nagen, Socken anknabbern, Haare vernaschen und vieles mehr. Ringe und Brillen sind auch ganz beliebt.  Diese Dinge lassen sich im Umgang schön ausnutzen. Gerade im Freilauf bieten sich unendliche Möglichkeiten hier zwischen Mensch und Tier die Beziehung zu festigen.

Das Chinchilla tagsüber zu stören oder den Schlaf-Rhythmus umzustellen ist nicht gut. Durch die Neugier lassen sie sich einige Tiere natürlich durchaus auch tagsüber schnell aufwecken, aber wie bei uns Menschen ebenfalls, wenn wir nachts oft aufwachen oder länger wach bleiben, zehrt es an den Kräften und wird auf Dauer Probleme verursachen. Wenn das Chinchilla tagsüber neugierig ankommt, wäre es ratsam es zu ignorieren. Die meisten sind in dieser Zeit auch mauliger und nörgeln einen an, wenn man sie tagsüber stört.

Wenn das Chinchillas einem signalisiert, dass es in Ruhe gelassen werden möchte, sollte dies befolgt werden. Vor allen Dingen wenn die Tiere sich aufrichten und einen anmeckern. Ansonsten riskiert man das Vertrauen zu verlieren und eine der berühmten Pipi-Duschen einzufangen. Und die werden sehr gezielt eingesetzt und spritzen recht weit

Am aktivsten sind die meisten Chinchillas nachts zwischen 2 und 4 Uhr. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen die Tiere da zu beobachten.

Verhalten von Chinchillas untereinander

Chinchillas haben ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten. Sie suchen oft und gerne die Nähe ihres Partners auf. Nachts sind sie sehr unternehmungslustig. Von ihrer sprachlichen Kommunikation bekommt man meistens recht wenig mit, vor allen Dingen wenn einem am Abend nicht so viel Zeit bleibt, da sie recht leise sich unterhalten.
Was man relativ oft miterlebt ist das Gemecker, wenn ihnen etwas nicht passt. (siehe auch -> Lautsprache) Meckern tun sie bei jeder Gelegenheit, mal kräftig, mal weniger kräftig, mal kurz, mal lang. Zur normalen Kommunikation werden eine Reihe leiser Töne eingesetzt, z.B. wenn zwei Tiere aufeinander treffen, wenn sie zusammen kuscheln oder als Ruflaut zwischen zwei Tieren.

Sehr vieles läuft bei ihnen über die Körpersprache. Ihre Ohren, ihr Schwanz, die Augen, die Füßchen, der Mund und auch die Zähne werden dazu eingesetzt.
Mit dem Schwanz wird Entspannung oder Anspannung signalisiert, er peitscht hin und her, wenn ein Chinchilla richtig wütend ist oder kreist aufgeregt, wenn ein Chinchilla unter freudiger Anspannung steht. Sehr niedlich zu beobachten, wenn ein aufgeregter Bub um ein hitziges Mädchen herumwuselt.
Die Ohren werden ebenfalls oft genutzt zur Kommunikation, nach unten geklappt, wenn ein Tier sich entspannt, aufgestellt, wenn es neugierig oder angespannt ist und nach hinten geklappt, wenn ein Chinchilla Angst hat.
Der Mund wird nicht nur zum Reden eingesetzt. Die Tiere putzen sich auch gegenseitig als Zeichen von Zuneigung. Sensibel sind dabei die Bereiche um den Mund herum, das Fell vor den Ohren, die Ohren selber und der Bereich hinter den Ohren. Tiere die sehr vertraut sind miteinander putzen auch die Äuglein ihres Partners. Gebissen wird, wenn das Meckern nicht ausreicht. Das ist nicht immer als bösartig anzusehen, da die Tiere sich, sofern sie harmonisch leben, auch mit Bissen zurechtweisen und Grenzen aufzeigen.
Die zierlichen Vorderfüßchen werden ebenfalls in der Körpersprache eingesetzt. Sie werden abwehrend beim Spielen oder auch im Streit erhoben, zum Wegschieben eines anderen Chinchillas genommen und auch beim Putzen mit eingesetzt.
Die Zähne sind eine wirkungsvolle Waffe, dienen aber auch der Kommunikation. So klappert ein Chinchilla leise zur Abwehr damit oder knirscht, wenn es sich unwohl fühlt.

Pärchen sind im Umgang miteinander sehr liebevoll, selbst die Aufzucht der Jungen wird gemeinsam durchgeführt, wobei der Papa im Normalfall den Hauptteil in den ersten Tagen übernimmt, wie Putzen und Warmhalten der Babys, während die Mutter die Hauptarbeit dann ab ca. dem fünften Lebenstag bis zur 12ten Woche hat. 
Auch sonst harmonisieren ein Bub und ein Mädel ein wenig besser als zwei gleichgeschlechtliche Chinchillas. Das liegt nicht daran dass sie sich mehr mögen, sondern einzig daran, dass eine Dame dem Herrn einfach überlegen ist und er ihr in Diskussionspunkten meistens den Vortritt lässt. Dürfte nicht ganz unbekannt sein Somit bietet sich einfach weniger Gelegenheit zum Streiten.
In Gleichgeschlechtlicher- oder Gruppenhaltung sind die Herren und Damen sehr eigen und lassen sich ungern von anderen etwas sagen. Die Tiere sind sehr aufmerksam, schauen sehr viel danach was ihr Partner/ihre Partnerin so treibt, suchen sich aber zwischendurch auch Orte, an denen sie ihre Ruhe haben. Zwei Damen untereinander oder auch zwei Herren untereinander haben nicht selten mal ein paar Diskussionen wegen ein paar Kleinigkeiten. Anders als bei Pärchen können hier Alltagsdinge auch gerne mal in kleinere Machtspielchen ausarten, die aber im Regelfall harmlos und mit ein wenig Gezicke ablaufen. Trotzdem kann eine solche Konstellation sehr harmonisch sein und gerade bei Familienangehörigen die zusammen bleiben sind die Beziehungen sehr eng.

Ein sehr übermütiges Chinchilla springt freudig durch den Käfig, meist mit leisen Fiepen. Diese Art Bocksprünge werden gerne liebevoll popcornen genannt und sind am häufigsten bei Jungtieren zu sehen. Ausgewachsene Chinchillas reagieren ihren Übermut gerne ab, in dem sie einmal richtig losrennen, aber auch sie popcornen gelegentlich durch den Käfig oder im Freilauf umher.

Chinchillas spielen auch gerne untereinander. So wird vom Nachbarn mal ein Pellets geklaut oder ein Heuhalm, auch Stöckchenspielchen sind sehr beliebt. Spielerisches Jagen ist ein überwiegend nächtlicher Zeitvertreib, bei dem auch mal so gerannt wird, dass sie die Wände der Käfige als Lauffläche mitbenutzen.

Es lässt sich noch eine ganze Menge mehr berichten und ich werde diesen Teil bestimmt noch ausbauen, aber es ist auch sehr umfangreich und durch gezieltes Beobachten der eigenen Tieren erkennt man vieles mit der Zeit selber.

Chinchillas und das Alter

Junge Chinchillas gibt es viele, alte trifft man nur selten. Oft denken gerade deswegen viele Menschen, dass die Süßen mit zehn Jahren schon sehr alt sind und schieben Wesensveränderungen oder körperliche Veränderungen darauf zurück. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass dies nicht an dem ist. Ein gesundes Tier zeigt so gut wie keine Alterserscheinungen, wird allerdings natürlich ein wenig sensibler. Selbst im Alter von zehn oder zwölf Jahren sind Chinchillas kaum zu unterscheiden von Tieren mit drei oder vier Jahren. Ab dem 15ten Lebensjahr beginnen so nach und nach ein paar Eigenarten aufzutauchen, die man vorher so nicht bemerken konnte. Sie werden ruhiger, souveräner, teilweise neutraler auch fremden Chinchillas gegenüber, allerdings auch launischer. So werden sie ein wenig schneller maulig, wenn etwas nicht nach ihrer Nase läuft, reagieren aber körperlich nicht sehr anders als jüngere Tiere. Erst ab dem sechzehnten oder siebzehnten Lebensjahr verändern sich die Tiere auch körperlich und dann brauchen sie mehr Rücksicht. Sie suchen mehr Ruhephasen, springen nicht mehr ganz so viel, der Nacken fällt ein wenig mehr auf, die Flanken werden ein wenig schmaler, die Haut weicher. Je nach Veranlagung sehen die Süßen nun oft ein wenig moppeliger aus, da ihre Körperhaltung sich verändert. Das Fell braucht länger bis es durch die Wachstumsphasen geht, wodurch die Tiere dann anfangen gerupfter auszusehen, nachwachsende Haare verlieren ein wenig an Kraft. Altersprobleme gibt es wenige. Die Augen können trübe werden, die Zähne brauchen erhöhte Aufmerksamkeit und die Mineralienaufnahme sollte beobachtet werden. Wenn ein Chinchilla so viele Jahre bei einem verbracht hat, dann ist oft ein so schönes und inniges Vertrauensverhältnis entstanden, dass man auskosten und genießen sollte.

Chinchillas und andere Tiere

Chinchillas sind im Normalfall sehr umgänglich was andere Tierarten betrifft. Sie haben selten nur Angst vor größeren Tieren wie Hund oder Katze, untersuchen recht neugierig Meerschweinchen und Kaninchen oder andere Kleintiere. Lediglich bei Vögeln können sie sehr unsicher und verschreckt reagieren. Somit ist es eigentlich kein Problem die verschiedenen Tierarten unter einem Dach zu halten - natürlich in getrennten Unterkünften. Aber...

beim Umgang mit Hund oder Katze sollte natürlich das Verhalten dieser Tierarten vorher bekannt sein. Ein wild bellender oder hippeliger Hund kann natürlich bei einem schreckhafteren Chinchilla einen echten Schock auslösen. Auch eine jagende Katze ist brandgefährlich. Solche Tiere haben in der Nähe eines Chinchillas einfach nichts verloren. Auch ist die Unfallgefahr sehr hoch, denn ein laufendes Chinchilla löst den Jagdtrieb aus und der endet leider schnell tödlich für das Chinchilla. Selbst im Spiel können Hund und Katze ein Chinchilla schnell tödlich verletzen.

Bei wirklich liebevollen Hunden oder Katzen wäre ein direkter Umgang auch nicht unbedingt ratsam, bringt das Chinchilla aber nicht unbedingt in Panik. Trotzdem reagiert hier jedes Tier individuell, deswegen sollte man immer zuerst das Verhalten eines Chinchillas genau beobachten, bevor man diese Tiere in die Nähe lässt und den Hund oder die Katze wirklich kennen. Ohne Aufsicht bitte niemals zusammen lassen!

Vögel lösen oft Angst bei einem Chinchilla aus, da diese auch zu den natürlichen Feinden gehören. Deswegen und wegen ihrer Lautstärke im Zusammenhang mit den empfindlichen Chinchillaohren sollten sie vollkommen getrennt gehalten werden.

Andere Nagetiere sind da problemloser. Chinchillas sind auch hier neugierig und weltoffen. Von den anderen Tieren droht da eher eine Gefahr. In erster Linie kann es Probleme geben in Hinblick auf verschiedene Krankheiten. Bei den Chinchillas gibt es bisher nur wenige ansteckende Krankheiten, bei Meerschweinchen und Kaninchen schon mehr. Durch die unterschiedliche Lebensweise ist das natürliche Spektrum an Bakterien schon verschieden und es kann durchaus die Empfindlichkeit bei den Chinchillas erhöhen. Muss nicht, ist selten, aber kann.
Was unbedingt vermieden werden muss ist die gemeinsame Haltung im selben Gehege oder Käfig. Nicht nur die Ernährung dieser Tiere ist grundverschieden, auch die Lebensweise. Kann ein Meerschweinchen relativ gefahrlos mal an Chinchillapellets knabbern oder sich an dem Heu gütlich tun, wäre Meerschweinchenfutter für ein Chinchilla total ungesund. Auch werden sowohl Kaninchen als auch Meerschweinchen in erster Linie mit Frisch- und Grünfutter versorgt, welches bei einem Chinchilla einfach nichts zu suchen hat. Kaninchen können in ihrer groben Art ein Chinchilla auch schnell tödlich verletzen und Meerschweinchen brauchen nachts ihre Schlafruhe, so wie Chinchillas diese tagsüber brauchen. Auch Hamster, Mäuse und Co sollten einfach wegen der verschiedenen Ernährungs- und Lebensweisen nicht mit Chinchillas gemeinsam leben müssen. Aus Rücksicht auf die Gesundheit beider Tierarten!

Eigenheiten der Chinchillas

Chinchillas als Haustiere zu halten bietet eine Menge Möglichkeiten diese wunderbaren Tiere zu beobachten. Sie sind unheimlich clever, gerade im Ausdenken von Unfug, merken sich viele Dinge sehr gut und durch ihre Neugier kann man eine Menge erleben. Dadurch dass sie einen sehr lange begleiten, kann man ihre Entwicklung, die Veränderungen und die einzelnen Lernprozesse schön miterleben. Mitunter bringen sie einem durch ihre ausgeheckten Schandtaten, ihren Übermut und ihre Schusseligkeit herzhaft zum Lachen und schauen einen dann auch sehr böse hinterher deswegen an. Obwohl sie eigentlich sehr vorsichtige Tiere sind, neigen sie doch dazu sich in gewissen Situationen zu überschätzen oder sich zu sehr auf ihre Neugier zu verlassen. In ihrem Übermut springen sie einfach mal ins Ungewisse, vergessen auf den Laufweg zu achten und rennen so auch schon einmal gegen Gegenstände, die kurz zuvor an der Stelle noch nicht standen.

Ob Chinchillas gut sehen können ist ein häufiger Diskussionspunkt, da sie nicht immer die Sprungbretter treffen, Wände mitnehmen, gegen Türrahmen flitzen, usw. . Ich denke Chinchillas sehen vor allen Dingen nachts sehr gut, orientieren sich allerdings sehr viel nach Gehör und Geruch. Da ich ein paar Jahre bei meinen Tieren geschlafen habe, konnte ich sie in ihren aktiven Phasen ganz gut beobachten und sie springen im Dunkeln weit sicherer als im Hellen. Trotzdem ist es ihr Übermut, der sie dann in brenzlige Situationen bringen kann. Sie kommen einem dann vor wie kleine Kinder, die vom Kopf her wissen was sie wollen, aber den Körper nicht so weit unter Kontrolle haben, dass es hinhaut.

Chinchillas haben keine Talg- oder Schweißdrüsen wie andere Tiere, was ein Grund mit dafür sein wird, dass sie auch sehr reinliche Tiere sind. Damit meine ich nicht das notwendige Sandbad, sondern auch die Sauberkeit in ihrer Umgebung. Sie meiden alles was das Fell berührt und verdrecken könnte, nur selten schlafen sie in der Einstreu und dann auch meist in hockender Haltung. Lang hinlegen tun sie sich fast ausschließlich auf trockenem und sauberen Untergrund, der auch notfalls erst hergestellt wird, in dem sie Einstreu oder ähnliches wegbuddeln. Auch suchen sie sich zum Urinabsetzen meist Randbereiche aus, was man gut ausnutzen kann für die Käfighygiene, da sich diese Bereiche gut absammeln lassen, sofern man normale Kleintiereinstreu benutzt. Ein paar Chinchillas haben die Angewohnheit auf Sitzbretter zu pinkeln, meist in den Bereichen, in denen Sandreste oder Heureste zu finden sind. Einmal angefangen, hören sie nur schwer wieder damit auf. Das notwendige Kotabsetzen hingegen, das fast dauernd geschieht, stört sie nicht. Lässt sich auch gar nicht anders vereinbaren.

Ihre Sprungkraft hat schon manchen in Erstaunen versetzt. Es sollte nicht unterschätzt werden. Sie haben die Fähigkeit sehr schnell eine hohe Geschwindigkeit zu erreichen, im Abbremsen hingegen hapert es gelegentlich.

Ebenfalls sehr schön ist die Mimik dieser süßen Tiere. Sie können beleidigt dreinschauen, betteln und vieles mehr - nur mit Hilfe der Gesichtszüge und ihrer Ohren.

 

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