Genetik-Codes der Farben

Die einzelnen Farben werden umgesetzt in genetische Formeln. Dadurch erleichtert man sich die Bestimmung und das errechnen des Nachwuchses. Allgemeines Grundwissen der mendelschen Regeln sind Voraussetzung der Farbergebnisberechnung.

Bestimmte Richtlinien werden dabei immer eingehalten. Bei den Chinchillas ist vieles noch nicht offiziell festgehalten. Die hier genannten Codes wurden zusammengestellt von Züchtern aus Deutschland, angelehnt an Aufzeichnungen aus Dänemark, Amerika und Frankreich.

Kurze vereinfachte Erklärung:
Das AA steht für den Agoutifaktor (AA agouti/aa non-agouti),
das BB für den Charcoal-Faktor (Schwarz-Braun-Faktor),
das CC für den Albino-Faktor (cc albino/CC non-albino),
das cncn für den Faktor des rezessiven Weiß (n steht für den noch vorhandenen Farbanteil),
pp steht für den Sullivan-Beige-Faktor (rezessiv Beige, rezessiver Pink-Eye-Faktor)
das PrPr für den Wellmann-Beige-Faktor (P für den Pink-Eye-Faktor, r für die in dem Fall vorhandene Farbe der Retina),
das SS für den Standard-Saphir-Faktor (ss saphir/SS non-saphir),
das blbl immer für den Velvet-Faktor (B für den Schwarz-Braun-Faktor, l für das fehlende Band und die Schleierausbreitung),
das pwpw immer für den Tower-Beige-Faktor (Pink-Eye-Faktor),
das ww immer für den Weiß-Faktor,
das eeee immer für den Ebony-Faktor, 
und das VV immer für den Violett-Faktor,
spsp steht für einen zweiten Scheckungsfaktor.

Eingesetzt sieht es wie folgt aus:

Farbbezeichnung Formel Kürzel
Standard AA BB CC eeee PP pwpw SS ww VV-> SS
Black-Velvet (homozygot lethal) AA Blbl CC eeee PP pwpw SS ww VV -> Blbl
Charcoal AA bb CC eeee PP pwpw SS ww VV -> bb
Tower-Beige homozygot (blond) AA BB CC eeee PP PwPw SS ww VV -> PwPw
Tower-Beige heterozygot AA BB CC eeee PP Pwpw SS ww VV -> Pwpw
Wellmann-Beige AA BB CC eeee prpr pwpw SS ww VV -> prpr
Afro-Violett AA BB CC eeee PP pwpw SS ww vv -> vv
Wilson Weiß (homozygot lethal) AA BB CC eeee PP pwpw SS Ww VV -> Ww
Homo-Ebony** AA BB CC EEEE PP pwpw SS ww VV -> EEEE
Hetero Ebony (sehr dunkel) AA BB CC EEEe PP pwpw SS ww VV -> EEEe
Hetero Ebony (hell/mittel) AA BB CC EEee PP pwpw SS ww VV -> EEee
Saphir AA BB CC eeee PP pwpw ss ww VV -> ss
rezessiv Weiß AA BB cncn eeee PP pwpw SS ww VV -> cncn
Albino AA BB cc eeee PP pwpw SS ww VV-> cc
rezessiver Scheckungsfaktor ohne Lethalfaktor AA BB CC mm eeee PP pwpw spsp ww VV-> spsp

Die großen Buchstaben markieren immer die homozygote (dominante) Form und die kleinen Buchstaben die heterozygote (rezessive). Verpaart man die Tiere untereinander entstehen Mischformen

** Bei Ebony handelt es sich nicht um eine dominant-rezessive, sondern um eine intermediäre Vererbung, die sich vermutlich aus sieben verschiedenen Genen zusammensetzt, deswegen sind Homo-Ebonys nur theoretisch möglich, praktisch ausgeschlossen, weil kein Tier alle sieben Gene homozygot in sich haben wird. Die Benennung des Ebonys wird deswegen von dunkel nach hell unterschieden und nicht in homozygot oder heterozygot.

Beispiel: Violett Velvet AA Blbl CC eeee PP pwpw SS ww vv -> Blbl vv
Beispiel: Pink White AA BB CC eeee PP Pwpw SS Ww VV -> Pwpw Ww
Beispiel: Brown Ebony (homozygot) AA BB CC EEEE PP PwPw SS ww VV -> EEEE PwPw
Beispiel: Brown Velvet AA Blbl CC eeee PP PwPw SS ww VV-> Blbl PwPw
 

 

Kleine Rechenerklärung:

Um auszurechnen was für Farben bei Verpaarungen herauskommen können, zieht man die veränderten Codes heraus und teilt sie auf.

Beispiel Verpaarung Tower-Beige Homo (Blond) und Black-Velvet:

Blond: AA BB CC eeee PP PwPw SS ww VV ->

herausziehen: BB PwPw

Black-Velvet: AA Blbl CC eeee PP pwpw SS ww VV ->

herausziehen: Blbl pwpw

Jedes Tier gibt ein Gen an den Nachwuchs weiter. In diesem Fall hat Blond zweimal Pw, weswegen es nur einmal einbezogen wird, da jedes Baby davon ein Gen bekommt. Das Black-Velvet weist hier nur zwei rezessive pw, wodurch sich das Gen des blonden Tieres durchsetzt.

Beim Black-Velvet findet sich hier das dominante Bl und das rezessive bl. Da das Blond hier nur rezessives bl aufweist, setzt sich einmal das dominante durch und das rezessive kann ebenfalls auftreten, da es einen Gegenpart hat.

So ergibt sich die Möglichkeit Blbl Pwpw und blbl Pwpw.

Im Klartext heißt es es können heterozygote Tower-Beige und Beige-Velvets geboren werden.

 

 

Hilfreicher und weiterführender Link: Chinchillagenetik

Hinweis: die Aufstellung und Erklärung wurde von in dieser Form von mir erstellt. Als Quellen dienen unter anderem Aufzeichnungen von den dänischen Züchtern I. Damm und J. Markvad, die sich 1972 intensiv mit der Genetik befasst, damit die Grunderklärung für den deutschsprachigen Raum geliefert haben, die wiederum ergänzt wurde durch Aufzeichnungen von Züchtern verschiedener Nationalitäten.


 

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